Biologie

Monarchie?

Die Arbeiterbiene

Entstehung

Die Arbeiterbienen sind allesamt weiblich und entstehen aus befruchteten Eizellen, welche die Königin täglich unermüdlich in die Zellen legt. Als Larven werden sie von ihren ausgewachsenen Schwestern regelmäßig begutachtet, gereinigt und mit einem Pollenbrei gefüttert. Ab dem 9. Tag wird die Zelle verdeckelt, aus der sich am Tag 21 die Puppe befreien wird.

 

 

Arbeitsfelder

Die Arbeiterbienen, die man draußen auf Blüten beobachten kann, befinden sich schon im letzten Abschnitt ihres kurzen Lebens. Bevor eine Biene die Welt draußen kennenlernt, ist sie in der Beute tätig. Nach dem Schlupf ist erstmal das Putzen angesagt! Hygiene ist für ein Bienenvolk von oberster Priorität, um Krankheiten, Schimmelbefall und Parasiten so gut es geht unter Kontrolle zu halten. Als Ammenbiene kümmert sich die wenige Tage alte Biene dann um die Brut, sorgt dafür, dass die Temperatur stimmt und füttert bei Bedarf regelmäßig nach. Für den Wabenbau entstehen bei der Biene anschließend Wachsdrüsen. Aus ihnen werden Wachsplatten gepresst und ans Wabenwerk hinzugefügt. Das perfekt angegliederte Zellenmuster auf den Bienenwaben lädt jedes Mal aufs Neue zum Staunen über diese Schöpfung ein. Einige Tage später wird die Biene als Wächterbiene vor das Flugloch positioniert. Um sich vor Feinden und Räubern (Fremdbienen) zu schützen, entfalten die Wächterbienen ihre Giftblase auf das Maxium aus, sodass ihre Stiche noch lange dem Opfer in Erinnerung bleiben – oder, bei Insekten, zum Tod führen können. Inzwischen hat sich die Wächterbiene immer wieder vor dem Flugloch eingeflogen. 21 Tage nach ihrem Schlupf, beginnt nun  nun die weitaus gefährlichste Tätigkeit: Das Sammeln von Nektar, Pollen und Wasser beginnt!

Teamwork!

Ein Bienenvolk kann nur so lange bestehen,  wie auch ausreichende einzelne Arbeiterinnen mitwirken. In der Hochphase fasst ein Volk bis zu 60.000 Bienen.  Diese Volksstärke hängt maßgeblich von einer einzigen Biene ab. Ohne sie, ist ein Bienenvolk verloren. Daher ist diese eine Biene von herausragender Bedeutung und für das Überleben des gesamten Volkes maßgeblich: Die Königin

Die Königin

 

Entstehung

Wie auch die Arbeiterbiene entstammt die Königin aus einem befruchteten Ei. Die Zelle, aus der die Königin schlüpft, nennt man „Weiselzelle“. Nur die Königin wird die gesamte Zeit über in den Larvenstadien mit besonders viel vom wertvollen Sekret „Gelée Royal“ gefüttert. Dadurch wächst sie schneller heran und wird größer. Für die Entwicklung einer Königin braucht es bis zum Schlupf insgesamt 16 Tage.

 

Es lebe die Königin

Bienenvölker setzen im Frühjahr mehrere Weiselzellen an. Da nur eine Königin im Volk bleiben kann, sticht die Stärkere ihre  Konkurrenz ab. Bis dahin ist die alte Königin mit einem Teil des Volkes abgeschwärmt, um sich an einem anderen Ort anzusiedeln. 

Hochzeit

Nachdem die junge Königin vom Volk geprüft und für gut empfunden wird, begiebt sie sich nach ungefähr einer Woche auf den Hochzeitsflug, der sich mehrere Tage wiederholen kann. Begleitet von einer Hand voll „Bodyguards“,  fliegt sie hinaus zu sogenannten „Drohnensammelplätzen“, wo mehrere männliche Bienen täglich nach royalem Besuch Ausschau halten. Bis zu 30 Drohnen können eine Königin begatten. Die gesammelten Samenzellen halten ihr Leben lang.

 

„Eier, Eier, wir brauchen Eier!“

Die Hauptaufgabe der Königin ist ab jetzt nur noch: Eier legen! Sie wird von ihrer Gefolgsschaft kontinuierlich gemästet, sodass sie ein Gewicht erreicht, mit dem sie flugunfähig wird. In die kleinen Arbeiterzellen legt sie die befruchteten Eier hinein, in die großen Drohnenzellen, unbefruchtete. Solange das Volk mit ihrer Leistung zufrieden ist, kann die Königin 4-5 Jahre alt werden. In ihrer Hochphase, kann eine Königin bis zu 2000 Eier täglich legen. Geht  ihre Legeleistung zur Neige, und verwechselt bspw. Zellengrößen, wird sie von ihren eigenen Töchtern abgestochen und mittels einer neuen Weiselzelle, aus der eine neue Prinzessin entstehen wird, ersetzt. Das nennt man dann „stille Umweiselung“ und kommt nicht selten vor.

Aus, hinaus

Zur Schwarmzeit wird die Königin  von ihrem Volk auf Diät gehalten, sodass sie fähig ist, mit einem Teil des Volkes, ihre alte Heimat zu verlassen und nach einer neuen zu suchen.

 

Die Drohne

Unbefruchtet

Die männlichen Bienen entstehen aus unbefruchteten Eiern. Es ist sogar möglich, dass Arbeiterbienen Drohneneier legen. Das passiert dann, wenn das Volk über lange Zeit weisellos (=ohne Königin) ist und die Chance, aus den letzten gelegten Eiern eine Königin heranzuziehen, verpasst ist. Dieses Phänomen bezeichnet das Ende eines Volkes. Aus Verzweiflung entwickeln einige Arbeiterbienen Eierstöcke und beginnen, willkürlich unbefruchtete Eier in die Zellen zu legen. Sie heißen dann „Drohnenmütterchen“. Diese Mütterchen würden eine vom Imker zugesetzte Königin nicht mehr akzeptieren und diese abstechen. Das sogenannte „buckelbrütige“ Volk kann nur noch aufgelöst werden….

Entstehung

Die Drohnen wachsen in weitaus größeren Zellen heran und brauchen für die Entwicklung 3 Tage länger als die Arbeiterbienen.

Arbeitsfeld(er?)

Etwas makaber ausgedrückt: Drohnen sind der fliegende Genpool der jeweiligen Mutterkönigin. Sie haben keine Väter, aber jeweils einen Großvater – irritierend, nicht?

Die pelzigen Männer sind vor allen Dingen für die Begattung junger Prinzessinen von Bedeutung. An den bereits erwähnten Drohnensammelplätzen warten die Herren regelmäßig auf den hohen Besuch einer Königin, um diese zu begatten. Hat eine Drohne Erfolg, bedeutet dies auch schon das Ende: Das Geschlechtsorgan reißt nach der Begattung heraus und die Drohne stirbt.

Inzwischen weiß man auch, dass Drohnen allein durch ihre Präsenz für eine gute Atmosphäre in einem Volk sorgen und teilweise beim Wärmen der Brut tätig sind. Das ist deshalb eine wichtige Erkenntnis, zumal viele Imker regelmäßig Drohnenbrut zur biologischen Bekämpfung des Parasiten varroa destructor aus den Völkern entnehmen. Denn besonders in die großen Drohnenzellen nistet sich die Milbe zur Vermehrung ein. Die Drohnenbrutentnahme wirkt als eine Lebendfalle für die Varroa und kann maßgeblich dazu beitragen, die Population über den Sommer im Zaum zu halten. 

You shall not pass!

Die wenigsten Drohnen werden eine Königin begatten. Diese lungern dann im Volke, größtenteils unbeteiligt, herum und werden dennoch stets gefüttert. Es klingt nach einem Lotterleben, wenn es nicht die Zeit des Futtermangels und der kalten Tage gäbe: Ab August beginnt die sogenannte Drohnenschlacht. Die zuvor privilegierten Prinzen werden aus den Völkern hinausgeschmissen oder direkt abgestochen. Nun gelten sie als unnützer Ballast und erhalten keinen Einlass am Flugloch mehr.

Brutzellen im Vergleich

Arbeiterbiene

Flach, geschlossen und breit ist das Brutnest der Arbeiterbienen. In der oberen rechten Ecke wurde Honig eingelagert. Ein kleines Spielnäpfchen (senkrechte Zelle ohne Ei; s. roter Pfeil) weist darauf hin, dass das Volk auf eine Weiselzelle übt. Ob sie von der Königin nicht überzeugt sind?

Königin

Derartige lange, nach unten gezogene Zellen sind die Weiselzellen. Um das Schwärmen bei den Völkern zu verhindern, brechen viele Imker alle diese Zellen regelmäßig heraus. Ist die Zelle inzwischen verdeckelt, wie auf dem Bild, muss aber zunächst nach der Königin gesucht werden. Es ist wahrscheinlich, dass sie schon geschwärmt ist und dann wäre das Herausbrechen der Zelle fatal.

Drohne

Wie Patronen ragen die dicken Drohnenzellen hervor. Vor der Honigernte sind viele Varroa-Maßnahmen, wie z.B. Säuren, unzulässig. Daher  werden im Frühjahr diese Rähmchen von vielen Imkern als Lebendfalle aus den Völkern entnommen. Wer genau hinsieht, kann auch eine kleine verdeckelte Fläche von Arbeiterinnenbrut entdecken.

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