Mangelzeiten

Klassischerweise spricht man von den beiden großen Trachtlücken in den ersten entscheidenden Frühjahrsmonaten ab Mitte Februar bis März und im Sommer ab Mitte/Ende Juli bis Ende Oktober.

Im Frühjahr ist es entscheidend, dass die überwinterten Völker im Brutgeschäft kräftig durchstarten. Das verbraucht viel Energie: Die Bienen haben mit plötzlichen Kälteeinbrüchen bis in den Mai zu rechnen, in denen die Heizkraft im Brutnest angekurbelt werden muss, damit die Brut vor Kälte geschützt ist. Zudem braucht es große Mengen Wasser. Da es im Frühjahr allerdings bescheidene Temperaturen hat, können sich die Flugbienen keine größeren Ausflüge erlauben- die plötzliche Verklammung tritt ab 10 Grad auf. Daher müssen die Völker Wasserquellen in unmittelbarer Nähe finden. Oft reicht feuchte Erde oder Moos aus. Wie sich ein Bienenvolk im Frühjahr entwickelt, ist maßgeblich von Temperatur, Gesundheit und Nahrungsangebot in der Umgebung abhängig.

Im Sommer sind die Temperaturen dagegen sehr hoch. Der Flugkreis der Bienen kann ganze Städte oder mehrere Dörfer einschließen. Leider ist die Vegetation in vielen Gebieten ab der Raps- bzw. Lindenblüte relativ übersichtlich. Ist das Frühjahr zudem trocken oder zu frostig gewesen, machen sich Entwicklungsdefizite im Sommer bemerkbar. Nicht selten hatten Imker Ernteausfälle zu verzeichnen und mussten schon ab Juli ihre Völker vor dem Verhungern bewahren.

Andererseits gibt es Imker, die sich über Spätsommer-Blühstreifen ab September nicht mehr freuen würden. Dieses schlagartige Nahrungsangebot im Herbst regt das Brutgeschäft künstlich an, sodass die Winterbienen viel Energie für die Pflege aufwenden müssen. Mit wachsendem Brutnest, wächst auch die Varroapopulation  an und die ohnehin schon geschwächten Winterbienen könnten so den Winter nicht überleben.

Nektar- Und Pollenwerte

Pflanzen haben unterschiedliche Pollen- und Nektarwerte. In der Literatur gibt es häufig die Stufen 0 (kein Wert) bis 4 (maximaler Wert). Oft haben wir schon beobachtet, dass z.B. Raps mit hervorragenden Wertangaben für Pollen und Nektar einfach nicht angeflogen wird. Das hat mehrere Gründe: Zum Einen ist es maßgeblich von der Witterung und Temperatur abhängig, wann eine Blüte „honigt“. Linden beispielsweise brauchen nasse Füße, wenn sie eine gute Tracht abgeben sollen. In sehr trockenen Jahren werden sie vergleichsweise eher wenig angeflogen. Zum Anderen sind Bienen blütenstet. Sie besuchen die Blüten, welche im Augenblick am besten honigen, in unmittelbarer Nähe sind und zahlreich vorhanden sind. Sie bleiben ihr solange treu, bis es bessere Alternativen gibt. Ein kleiner Garten mit einer saftigen Kleewiese kann wohl kaum mit einer benachbarten Obstbaumplantage in Blüte konkurrieren. Man will es ja fast nicht zugeben, aber in den niedlichen Wesen schlummern scheinbar doch kleine Kapitalisten 😉

Unser Kleiner Blühkalender

Es gibt inzwischen so viele Blühkalender, dass wir nur ausgewählte Blumen, Kräuter und Gehölze auflisten. Bedenkt, dass es noch weitaus mehr Trachtpflanzen gibt, die zu bestimmten Zeiten von vielen Insekten auch gern angenommen werden.  Ihr findet große Trachtkalender mit genaueren Bezeichnungen hier:

Trachtfliessband.de

Die-Honigmacher.de

Siebengebirgsimker.de

Unser-Imker.de

Unsere FrühjahrsLieblinge

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Hasel (Corylus avellana)

Die Bestäubung des Haselnussstrauchs geht über den Wind. Doch Bienen nehmen diese Pollenquelle bei gutem Wetter gerne an, da sonst wenig um diese Zeit blüht.

Wuchshöhe: 2 m – 7 m

Blütezeit: Februar – April

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 0             Pollen: 2

 

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Winterling (Eranthis hyemalis)

Es gibt wohl kaum ein schöneres Summ-Konzert, als auf unseren Winterlingen, wenn die Frühlingssonne das Balkonvolk anstrahlt. Mit den Jahren bilden sie einen schönen gelben Teppich. Alle Pflanzenteile sind für den Menschen giftig.

Wuchshöhe: 5 cm – 15 cm

Blütezeit: Februar – März

Floristischer Status: Eingebürgert

Nektar: 2                Pollen: 3

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Krokus (Crocus vernus)

Sie sind nicht nur optische Hingucker in den ersten Frühlingsmonaten, sondern auch echte Futterspender für alle möglichen Bestäuber. Auch Krokusse lassen sich leicht verwildern, sodass sie nach einiger Zeit bunte Teppiche bilden.

Wuchshöhe: 6 cm – 15 cm

Blütezeit: März – April

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 3                Pollen: 2

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Schneeheide (Erica Carnea)

Manchmal komme ich aus dem Staunen nicht raus, wenn ich feststelle, dass die Bienen in eher unscheinbaren kleinen Büten ihre Futterquelle finden. Die Schneeheide ist ein exzellenter Bodendecker und lockt unzählige Bienen an.

Wuchshöhe: 20 cm – 40 cm

Blütezeit: März – April

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 4                Pollen: 2

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Kornelkirsche (Cornus mas)

Ein Gehölz, das sich sehen lassen kann! Da sie auch noch für Bienen, Hummeln und andere Insekten von Bedeutung sind, ist das der Forsythienersatz schlechthin 🙂 

Wuchshöhe: 2 m – 4 m

Blütezeit: März – April

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 3                Pollen: 2

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Salweide (salix Caprea)

Sobald die Kätzchen ihre gelben Pollen präsentieren, befindet sich der Sammelplatz aller Insekten aus der Umgebung an diesem Baum. Daher zählt das Gehölz zu den wichtigsten Futterquellen im Frühjahr. Das Summkonzert besonders der hungrigen Hummelköniginnen, klingt fast wie eine Lobeshymne.

Wuchshöhe: bis 20 m

Blütezeit: März – Mai

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 3                Pollen: 3

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Löwenzahn
(Taraxacum Officinale)

Ihn gibt es fast überall zu sehen, denn er zählt zu den echten Überlebenskünstlern. Löwenzahn kann unter guten Witterungsbedingen eine hervorragende Tracht für unzählige Bestäuber darstellen. Wenn ihr erst den Löwenzahnhonig probiert, dann könnt ihr wahrscheinlich etwas eher nachvollziehen, weshalb wir Imker diese 0815-Blume großartig finden.

Wuchshöhe: 5 cm bis 60 cm

Blütezeit: April – Juni

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 3                Pollen: 4

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Gewöhnl. Mahonie
(Mahonia aquifolium)

Wir lieben diesen Strauch wegen seiner dekorativen Erscheinung. Im kargen Frühjahr ist die Mahonie ein echter Leuchtpunkt – und wird schnell von allen Bestäubern in der Umgebung belagert. Die Früchtchen lassen sich übrigens weiterverarbeiten oder man überlässt sie den Vögeln.

Wuchshöhe: bis 2 m

Blütezeit: April – Mai

Floristischer Status: Eingebürgert

Nektar: 3                Pollen: 3

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Spitz-Ahorn
(Acer Platanoides)

Ein Gehölz, das nicht gerade aufgrund seiner Blüte auffällt: Grün, fast wie Blätter, erscheinen die Blüten ab April. Unser Garchinger Bienenstandort ist umgeben von diesen anmutigen Riesen.

Wuchshöhe: 15 m – 30 m

Blütezeit: April – Mai

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 3                Pollen: 2

Die Massentrachten ab Mitte April

Raps
(Brassica Napus)

Der Alleskönner: Raps spendet wertvollen Nektar und Pollen. Allerdings sind die gelben Felder nicht bei jedem Imker gern gesehen: Sie müssen gegen Schädlinge und Krankheiten behandelt werden. Der Rapshonig ist allgemein sehr beliebt.

Wuchshöhe: 1,00 m – 1,80 m

Blütezeit: April – Juni

Floristischer Status: Nutzpflanze

Nektar: 4             Pollen: 4

 

Kultur-Apfel (Malus Domestica)

Die Obstbaumblüte leitet die Zeit des Überflusses ein. Um diese Zeit sind jedoch immer noch Frostnächte wahrscheinlich, durch die die sensiblen Blüten absterben können. Damit wäre der reich gedeckte Tisch am nächsten Tag vollständig verschwunden.

Wuchshöhe: 2,00 m – 15,00 m

Blütezeit: April – Mai

Floristischer Status: Nutzpflanze

Nektar: 4                Pollen: 4

 

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Birne
(Pyrus Sp.)

Für eine gute Obsternte ist die beständige Bestäubung von Bienen und anderen Insekten entscheidend. Da eine unkontrollierte Bestäubung für viele Landwirte risikobehaftet ist, setzen viele inzwischen auf Mietvölker, die sie bei Imkern bestellen können. Auch Hummelvölker werden in Obstbauanlagen eingesetzt. Diese Praxis ist nicht ganz unumstritten.

Wuchshöhe: 1 m – 25 m

Blütezeit: April – Mai

Floristischer Status: Nutzpflanze

Nektar: 3                Pollen: 3

 

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Rosskastanie
(Aesculus hippocastanum)

Wie Weihnachtsbäume erscheinen die stolzen Bäume in ihrer Blüte. Rosskastanien sind nicht erst im Herbst interessant, wenn Kinder und Erwachsene ihre Früchte für allerlei Spiele und Basteleien verwenden.  Bienen, Hummeln und weitere Wildbienenarten finden ab April hier wertvollen Nektar und Pollen. Die Bäume sind besonders in Biergärten zu bestaunen.

Wuchshöhe: 20 m – 30 m

Blütezeit: April – Juni

Floristischer Status: Eingebürgert

Nektar: 3                Pollen: 3

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Himbeere (Rubus IDaeus)

Sie ist im Wald oder im Garten zu Hause und beschenkt uns mit leckeren süßen Früchten. In einigen Gebieten kommt die Himbeere so zahlreich vor, dass es sich für Imker lohnen kann, den Strauch zur Blütezeit anzuwandern. Umso mehr, wenn sich die Brombeere ab Ende Mai als Nachbar anschließt (Nektar 3; Pollen 3).

Wuchshöhe: 60 cm – 200 cm

Blütezeit: Mai – Juni

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 4                Pollen: 3

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Robinie
(Robinia pseudoacacia)

Häufig entsteht zwischen Löwenzahn und Linde eine kurze Trachtlücke. Diese kann die Robinie hervorragend schließen. Das Besondere: Im Gegensatz zum Raps beispielweise, ist der aus der Robinie gewonnene Honig dauerhaft flüssig. Dieser Honig ist als „Akazien-Honig“ bekannt. Daher auch die lateinische Bezeichnung „Pseudoacacia“.

Wuchshöhe: 10 m – 25 m

Blütezeit: Mai – Juni

Floristischer Status: Eingebürtert

Nektar: 4                Pollen: 2

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Weißklee
(Trifolium repens)

Schon wieder stellen wir eine so kleine und unscheinbare Blüte vor, dass man sich wundern mag, was die Bienen so spannend an ihr finden. Blickt man allerdings auf die Nektar- und Pollenwerte, wird man schnell erkennen, dass sie für eine Anwanderung von Interesse sein kann. Bis zu 100 kg Honig kann aus einem Hektar gewonnen werden. Dies ist, wie immer, von guter Witterung abhängig. Auf beiden unserer Standorte haben sich die Bienen im Laufe der Zeit einen ordentlichen Kleeteppich herangezogen. Diese Symbiose erfreut den Imker doppelt: Den schönen Anblick der Blumenwiese und die gute Honigernte.

Wuchshöhe: 15 cm – 40 cm

Blütezeit:  Mai – September

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 4                Pollen: 3

Trachtlücken-Schätze Ab Juni

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Katzenminze
(Nepeta cataria)

Wuchshöhe: 20 cm bis 150 cm

Blütezeit: Mai bis August

Floristischer Status: Eingebürgert

Nektar: 3                Pollen: 1

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Großes Mädesüß
(Filipendula ulmaria)

Wuchshöhe: 100 cm bis 180 cm

Blütezeit: Mai bis August

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 0                Pollen: 3

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Fenchel
(Foeniculum vulgare)

Wuchshöhe: bis 1,80 m

Blütezeit: Mai bis August

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 4                Pollen: 2

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Weinraute
(Ruta graveolens)

Wuchshöhe: bis 1 m

Blütezeit: Juni – August

Floristischer Status: Eingebürgert

Nektar: 3                Pollen: 3

 

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Acker-Kratzdistel
(Cirsium arvense)

Wuchshöhe: 50 cm bis 150 cm

Blütezeit: Juni bis August

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 3                Pollen: 3

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Phacelia
(Phacelia tanacetifolia)

Wuchshöhe: 50 cm – 100 cm

Blütezeit: Juni – September

Floristischer Status: Eingebürgert

Nektar: 4             Pollen: 3

 

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Spargel
(Asparagus officinalis)

Wuchshöhe: 50 cm – 150 cm

Blütezeit: Juni – September 

Floristischer Status: Nutzpflanze

Nektar: 3                Pollen: 3

 

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Kornblume
(Centaurea cyanus)

Wuchshöhe: 20 cm bis 90 cm

Blütezeit: Juni bis September

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 3                Pollen: 2

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Blutweiderich
(Lythrum salicaria)

Wuchshöhe: 50 cm bis 200 cm

Blütezeit: Juni bis September

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 3                Pollen: 2

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Weißer Senf (Sinapis alba)

Wuchshöhe: 30 cm – 100 cm

Blütezeit: Juni – Oktober

Floristischer Status: Nutzpflanze

Nektar: 3                Pollen: 3

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Wilde Malve
(Malva sylvestris)

Wuchshöhe: 40 cm bis 120 cm

Blütezeit: Juni bis Oktober

Floristischer Status: einheimisch

Nektar: 3                Pollen: 1

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Durftnessel
(Agastache Sp.)

Wuchshöhe: 50 cm  bis 120 cm

Blütezeit: Juli bis August

Floristischer Status: aus Asien

Nektar: 3                Pollen: 2

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Feldmannstreu

(Eryngium campestre)

Wuchshöhe: 20 cm bis 80 cm

Blütezeit: Juli bis Auugst

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: n                Pollen: n

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Oregano
(Origanum vulgare)

Wuchshöhe: 20 cm bis 90 cm

Blütezeit: Juli bis September

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 3                Pollen: 2

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Lavendel
(Lavandula angustifolia)

Wuchshöhe: 20 cm bis 60 cm

Blütezeit: Juli bis September

Floristischer Status: Eingebürgert

Nektar: 3                Pollen: 1

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Indisches Springkraut
(Impatiens glandulifera)

Wuchshöhe: 50 cm bis 250 cm

Blütezeit: Juli bis Oktober

Floristischer Status: Neophyt!

Nektar: 3                Pollen: 2

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Wasserminze

(Mentha aquatica)

Wuchshöhe: 40 cm

Blütezeit: Juli bis Oktober

Floristischer Status: Einheimisch

Nektar: 3                Pollen: 2

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